Pferde stehlen
Envoyé : mardi 5 avril 2026 à 22h55
De : Jean-Alec Flaviée <[email protected]>
À : Côme Ryan O. Doré <[email protected]>
Objet : Vol de chevaux
Coucou Kommodoré !
Ça va ? Quoi de neuf ?
Heute bin ich einen Schwenker über Deinen Geburtsort Saint-Côme gefahren und musste sogleich an Dich denken. Gerade bin ich in einem schnuckeligen Hotel in Marmande. Meine furchtbar junge Begleitung steht soeben unter der Dusche, was mir etwas Zeit verschafft, um dir jene schmalen Zeilen zu schreiben.
Oh, himmlischer Vater, ich habe mal wieder im richtigen Moment den Joker gezogen und fühle mich so dermaßen gesegnet, das kann ich dir gar nicht vermitteln.
Aber eines nach dem anderen. Gegen Mittag war ich im Bistro Régent, du weißt schon, dass beim Hippodrome de Langon, der Pferderennbahn, die an Deinem année de création, Deinem Erschaffungsjahr [1979], gegründet wurde. Wie auch immer. Dort sah ich sie. Einsam und verlassen an einem Tisch auf der Terrasse. Ihre prachtvollen Schenkel haben mich sofort in Empfang genommen, da brauchte es nicht viel zu bitten. Ich sag ja immer, Frauen, die in unserem Alter sind, können von solchen Beinen nur träumen. Und Männer, egal in welchem Lebensabschnitt gefangen, bestückt mit einem Hauch Fantasie und einer halbwegs regen Libido, mögen sich nach einem solchen Blickfang in feuchten Träumen ergehen. Ob ich hingegen den süßen Schlaf in dieser bevorstehenden Nacht finden werde, davon würde ich nicht ausgehen. Jetzt ist aber erst mal Abendbrot angesagt, im sprichwörtlichen Sinne, wenn Du verstehst, was ich meine.
Meine lieber Kdré., ich würde Dir gerne noch mehr davon erzählen. Vielleicht irgendwann, wenn wir uns mal wieder über den Weg laufen. Ich jedenfalls muss jetzt Pferde stehlen gehen, ein Abenteuer der Lust erwartet mich. Und just wo ich das schreibe, stellt sie den Wasserhahn ab. Apropos: Er tropft nach. Ich glaube, ich muss da mal nachsehen gehen ...
Bleib sportlich, wie Du bist.
Au revoir et à bientôt.
Bisous, ton ami.
Jean-Alec