Re : Pferde stehlen
Envoyé : mardi 16 avril 2026 à 23h53
De : Jean-Alec Flaviée <[email protected]>
À : Côme Ryan O. Doré <[email protected]>
Objet : Re Vol de chevaux
Salut Jean-Alec !
Quoi de neuf ? Ich meine, läuft es nach wie vor mit Deiner blutjungen Gespielin? Est-ce toujours d'actualité ? Habe ich wirklich zu fragen? Mal ehrlich, so wie ich Dich kenne, klammerst Du schon. Und ich verstehe Dich da völlig. Mai foi, warum nicht? So eine jeune femme hält man sich warm und nah. Wie heißt sie überhaupt, wenn ich fragen darf? Ach nein, vergiss es. Ich ziehe meine Neugierde zurück. Wir halten es wie und je – comme d'hab. Namen von nanas sind wie Schall und Rauch; im Heute, in der Gegenwart, kann man sich beileibe nicht vorstellen, ihn jemals zu vergessen. In einem späteren Morgen, der gilt gemalt zu werden, erinnert man sich bloß noch an ihre Gesichtszüge und Eigenheiten, an Dinge, die man gemeinsam erlebte, in Stücken zumindest. Und natürlich, in Deinem Fall, an ihre prachtvollen Schenkel. Nur eine Frage dazu, verzeihe mir, aber ich vermag sie nicht zurückhalten, daher muss sie raus – direkt und unverblümt: Ist sie schnell gekommen? Ich meine, aus meinen Erfahrungen sind Frauen mit kräftigeren Beinen weitaus flotter, um ein Vielfaches länger und geradezu krankhaft mehr feucht, als die les poules mit zierlichen Stramplern. Aber was sage ich Dir? Dein dekadenter Erkenntnis-Pool läuft seit Ewigkeiten über, während ich froh um das bisschen Nass in meinem Planschbecken bin. Und bitte, lass uns deswegen nicht diskutieren. Wen interessiert es, wer von uns beiden mehr Hände benötigt, um die zahlreichen Liaisons über die vergangenen Jahrzehnte abzuzählen? Unter uns gab es nie einen Wettstreit, der einzig auf den blanken Zahlen ruhte. Wobei, ich erinnere mich gerade an eine Deiner Äußerungen in Deiner frühen Jugend. Ich weiß noch ganz genau, wann du sie getätigt hast – und vor allem wo. Nach irgendeiner dieser langen Nächte, als es längst Tag geworden war, fuhr ich Dich heim, dort wo Deine bagage untergebracht war. Und unter all der Mischpoke stach Deine viel zu attraktive, jüngere Schwester hervor, die ich unter keinen Umständen der Welt anfassen durfte. Tausende Mal hast du mir das unter die Nase gerieben. Manchmal total ernst, oft im Suff und gelegentlich auffällig ostentativ, so als ob ich es mal wagen sollte, um herauszufinden, was die Folgen meiner Dummheit wären. Hätte ich es je getan, wäre ich ihr an die Wäsche gegangen – und da bin ich mir sehr sicher –, Du hättest mich nicht nur sprichwörtlich umgebracht. Oh, à propos, was ist aus ihr eigentlich geworden? Ach nein, vergiss auch das, ich will es nicht wissen, ich habe nie gefragt. Es täte mich ohnehin traurig machen, wenn Du mir erzählen würdest, dass sie mittlerweile im Großen und Ganzen glücklich in den Hafen der Ehe eingelaufen ist und, dank ihres gebärfreudigen Beckens, sodann etliche Kinder zur Welt brachte. Weswegen haben wir über die etlichen Jahre unserer Freundschaft kein Wort mehr über sie gewechselt? Gut, ich weiß, sie wohnt nun in den ach so vereinigten Staaten und ihr kommt seltener zusammen. Trotzdem macht das aus ihr keinesfalls eine Geistergestalt, loin de là. Ma foi; oder sagen wir, ich weiß, dass Du sie liebst, wie halt ein Bruder seine Schwester lieben kann. Aber nur wegen der Befürchtung, ich würde sie mir auch heute noch in einem schwachen Moment nehmen, ... mais oui, tu as raison. Zurück zum Thema.
Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, ich fuhr Dich damals heim, Du warst nicht sichtlich stark betrunken, beinahe wieder halbwegs nüchtern. Als wir angekommen waren, stellte ich den Motor ab und wir fingen an über dies und jenes zu palavern. Ich glaube, es war in meinem 2er-Golf. Ja, genau. Der mit den extra großen Reifen, dem krassen Soundsystem und natürlich mit dem fancy Schiebedach. Jedenfalls sagtest Du zu mir, und ich paraphrasiere jetzt, dass Du in diesem Jahr die 100 voll kriegen könntest. Ich hab Dich selbstverständlich nicht ernst genommen, obendrein weil es erst Spätsommer war. Doch als Du total trocken meintest, dass darunter keine einzige Schwarze gewesen wäre, lediglich ein paar Mischlinge, begann ich Deiner Aussage ein wenig mehr Glauben zu schenken. Fakt ist und bleibt: Die letzten Jahre vor dem Millennium waren durchweg heftige, bei uns beiden, aber insbesondere bei Dir und gerade dann die letzten zwei. Da hast Du es regelgerecht derb übertrieben. Es verging kaum ein Tag, an dem Du Dich nicht über Deine steifen Eier ausgelassen hast, gemeint hättest, Du müsstest kürzer treten, vielleicht mal eine Pause machen und so weiter. Und nun ja, ich will es nicht erwähnen, weil ich nicht vorhabe Dich zu beschämen, doch ein weiterer Fakt ist: Du bist zwei geschlagene Jahre älter als ich. Und eben diesen Altersunterschied schob ich früher, also zu jenen Zeiten, darauf, dass ich Deine einst in den Raum gegriffene dreistellige "Zielzahl" nicht nachvollziehen konnte. Was ich Dich dennoch längst mal fragen wollte: Hattest Du seinerzeit echt eine Strichliste – im Kopf oder tatsächlich auf Papier – geführt und darüber hinaus: Hattest Du Dein but atteint? Du musst darauf nicht antworten, auf keine meiner Fragen. Nicht einmal auf meine Schenkel-Theorie brauchst Du einzugehen. Ich schreibe hier einfach einen wahllosen Text nieder, nachdem ich einen schönen und zügellosen Abend mit einer nahezu Gleichaltrigen verbracht habe – pas de quoi se plaindre. Ich will nicht plappern, auf ein Neues, doch würde ich eine Statistik des Alters führen, so wäre ich wohl von mir selbst angeekelt, wenn Du verstehst, was ich meine.
Genieße ebendarum die Zeit mit Deiner jungen Flamme, mon vieux. Ich beneide Dich in gewisser Hinsicht, das tat ich insgeheim schon immer.
Mes amitiés à votre jeune femme !
Kdré.